Zoo Hannover - junge Elefanten werden malträtiert

Im Zoo Hannover sollen junge Elefanten von ihren Pflegern durch Dominanz und unter Gewalt zu Kunststücken gezwungen worden sein. Besonders kritisch ist der Einsatz so genannter Elefantenhaken, mit denen die Tiere malträtiert und gefügig gemacht werden.

Anfang April 2017 zeigte das Das ARD-Politikmagazin „Report Mainz“ erschreckende Bilder aus dem Zoo Hannover. Unter massivem Einsatz eines Elefantenhakens – einem Stock mit Eisenspitze – wurden junge Elefanten dort von ihren Pflegern malträtiert und zu Kunststücken gezwungen. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert diese Art der Elefantenhaltung, die „direct contact“ genannt wird und bei der die Pfleger direkten Kontakt zu den Tieren haben. „Dass Elefanten in Zoos gehalten werden, auch wenn ihre arteigenen Bedürfnisse kaum erfüllt werden können, ist bereits zu kritisieren“, meint Thomas Schröder, Präsident unseres Dachverbandes. „Wenn dann auch noch Bilder, wie aktuell aus Hannover, dokumentieren, dass die Tiere bedroht oder ihnen Gewalt angetan wird, um den direkten Umgang zu ermöglichen oder ihnen fragwürdige Kunststückchen beizubringen, so ist dies aus Tierschutzsicht nicht mehr tragbar und auch nicht mit den Ansprüchen, die Zoos heute an sich selbst stellen, vereinbar. Der Zoo sollte sich seiner Verantwortung stellen, anstatt bei der dokumentierten Malträtierung des Tieres beschönigend von „führen“ oder einer „Übung“ zu sprechen. Diese Art der Unterwerfung und des gefügig Machens gehört abgeschafft.“

Nur indirekter oder kein Kontakt ist akzeptabel
Falls Zoos Elefanten halten, so sollten die Tiere aus Tierschutzsicht nur indirekten Kontakt („protected contact“) oder besser keinen Kontakt („no contact“) zum Zoopersonal haben. Vor allem um die Unfallgefahr für Pfleger zu minimieren haben viele Zoos bereits die Haltung mit „protected contact“ eingeführt. Hierbei arbeiten die Pfleger durch eine Abtrennung mit den Elefanten. Auch die medizinische Versorgung geschieht auf diese Weise. „Protected contact“ hat den Vorteil, dass die Elefanten nicht dominiert werden müssen und das Rangordnungsverhalten nicht unterdrückt wird. Am natürlichsten ist aber die Haltung mit „no contact“, bei der die Elefanten weder beeinflusst noch trainiert werden. Auch eine Körperpflege durch Menschen wird überflüssig, wenn Elefanten genügend Möglichkeiten zum Scheuern, Baden und Suhlen erhalten. Diese Haltungsform ist aber nur in sehr großen Anlagen und bei intakten Sozialstrukturen möglich.

Täglich Angst und Stress
Wenn Elefanten dressiert und direkt mit ihnen gearbeitet werden soll, ist dies nur durch die traditionelle Haltung mit „direct contact“ möglich. Der Pfleger dominiert die Tiere dabei als „Ersatz-Leittier“; ihr arteigenes Sozialverhalten können die Tiere nicht ausüben. Mit dem Elefantenhaken werden die Tiere bedroht, geschlagen oder „gepikst“, um den Menschen als ranghöchstes Tier zu etablieren. Für die Tiere bedeutet dies tagtäglich Angst und Stress.

Elefantenhaltung in Gefangenschaft bleibt große Herausforderung
Generell bleibt die Elefantenhaltung in Gefangenschaft eine Herausforderung und ist aus Tierschutzsicht kritisch zu sehen: Tätigkeiten wie Nahrungssuche, Bewegung, Feindvermeidung, die Nachwuchspflege sowie das Sozial- und Komfortverhalten sind für Elefanten in Zoos zum Teil gar nicht oder nur eingeschränkt möglich.

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